Paroli RouletteEine Roulette Strategie die beim Spiel auf eine beliebige Einfache Chance wird man im Durchschnitt innerhalb von acht Coups einen Doppeltreffer erzielen. Dies entspricht exakt der Bildung der vier Zweierfiguren nach dem folgenden Figurengesetz (N=Schwarz; R=Rot):

N N R R
N R R N

Diese beiden Gewinncoups ermöglichen ein einfaches Paroli Roulette Spiel ohne großes Risiko. Paroli bedeutet, dass Einsatz und Gewinn nach einem Treffer einmal stehen gelassen werden, damit der Gewinn bei einem Folgetreffer drei Stücke beträgt.

In einer sich über 120 Coups erstreckenden Partie werden wir insgesamt 60 Zweiergruppen begegnen und es werden uns 120:8=15 Parolisätze gelingen, die uns 15×3=45 Stücke Gewinn einbringen. Andererseits verbleiben 60-15=45 entgegengesetzte Gruppen, die uns je ein Stück, insgesamt also 45 Stücke kosten, wodurch der Gewinn exakt wieder aufgezehrt wird. Dies zeigt, dass uns ein Spiel im Gleichsatz auf Dauer nichts einbringen kann, sondern sich – wenn man an die Zero denkt – wohl eher noch als verlustreich erweisen wird.

Da wir also im Gleichsatz mit masse égale nicht gewinnen können, verwenden wir Überlagerungen und Progressionen, um die ungünstigen Passagen und die Zerosteuer zu überwinden. Eine der bekanntesten Progressionen ist die Progression d’Alembert, bei der nach jedem Verlust der Einsatz um ein Stück gesteigert und nach jedem Gewinn der Einsatz um ein Stück gesenkt wird. Solange sich der Spielverlauf halbwegs im Gleichgewicht bewegt und wieder annähernd zur Nulllinie zurückkehrt, bringt sie pro gesetzten Coup 1/2 Stück Gewinn. Bei längeren Durststrecken aber klettern die Einsätze mehr und mehr in die Höhe, und die Progression d’Alembert tilgt nicht einmal mehr die Zeroverluste.

Es gibt unzählige Varianten der Progression d’Alembert, darunter beispielsweise ihre Umkehrung zur Gewinnprogression oder die Anwendung verlustbremsender Verzögerungstaktiken. Für unser Parolispiel wollen wir jedoch die Progression d’Alembert in ihrer Reinform verwenden. Denn durch ein Parolispiel auf einen Doppeltreffer in Verbindung mit einer Überlagerung der Einsätze, also sozusagen in Form einer gemischten Progression, können wir die Minus-Ecarts mit den hohen Erträgen aus den Parolis zumeist sehr schnell wieder neutralisieren und gleich mehrere Gewinnpartien nacheinander realisieren.

Dazu verfahren wir wie folgt: Wir spielen das Paroli, das uns den dreifachen Einsatz als Gewinn bringt, zunächst dreimal mit einem Stück, bei Verlust nacheinander dreimal mit zwei Stücken, dreimal mit drei Stücken, dreimal mit vier Stücken, dreimal mit fünf Stücken usw. Erst wenn wir die drei Einsätze mit einem Stück verloren haben, gehen wir auf dreimal zwei Stücke über, nach deren Verlust auf dreimal drei Stücke usw. Nach jedem Treffer bleiben Einsatz und Gewinn noch einmal auf dem Tableau liegen.

Nach einem gelungenen Paroli reduzieren wir die Einsätze entsprechend dem Grundgedanken der Progression d’Alembert um ein Stück. Um den Überblick nicht zu verlieren, nummerieren wir die Reihenfolge der Einsätze durch.

Zu erwähnen wäre noch, dass sich die demonstrierte Paroliprogression nicht nur für diesen Marsch, sondern auch für viele andere Systemspiele einsetzen lässt.

Im folgenden Beispiel haben wir der Einfachheit halber die Sortante als Marsch gewählt, d. h., wir spielen stets die soeben erschienene Farbe nach. Wer die Satzcoups nach einem bestimmten Schlüssel ermitteln möchte, kann natürlich auch mit Abwarten und mit Unterbrechung der Parolis spielen.

PERMANENZ FOLGE EINSATZ SCHWARZ EINSATZ ROT SALDO
10
22 1. 1 1
31 2 3
14 1. -1 2
30 2. 1 3
21 2 5
33 1. -1 4
7 2. -1 3
32 3. 1 4
23 2 6
5 1. 1 7
36 2 9
6 1. -1 8
21 2. -1 7
35 3. -1 6
6 1. 2 8
10 4 12
6 1. 1 13
15 2 15

Der Kapitalbedarf hält sich bei dieser Strategie in vernünftigen Grenzen. Für die Durchführung in der hier gezeigten Form dürften 60 Stücke ausreichen, insbesondere dann, wenn man den Verlust limitiert und stattdessen mit einer neuen Partie beginnt.